 »Wir bestiegen gestern bei dem schönsten Frühlingswetter den Vesuv und wurden, nach dem beschwerten Eselsritte bis Portici, von Bauern zu dem Krater emporgezogen. Ich versichere, dass dies eine sehr unangenehme Sache ist, über die man viel Schweiß vergießt, da man bald über die spitzen Laven, bald bis an die Knie durch Asche schreiten muss. (...)Der Berg machte etwa von 20 zu 20 Minuten einen starken Lärm (...). Wir und unsere Führer glaubten, der ganze Berg stürze ein.« Georg Heinrich von Berenhorst, Reisebegleiter des Fürsten Franz, 01|03|1766 Im Schloss Wörlitz finden Sie kunstvolle Wandmalereien und Stuckaturen, die auf Vorbilder aus Pompeji und Herculaneum zurückgehen. © All rights reserved.Blick in das Neapelzimmer im Obergeschoss des Schlosses Wörlitz © All rights reserved.Wandmalerei nach Pompejanischem Vorbild im Garderobenzimmer des Fürsten © All rights reserved.Auf der Felseninsel "Stein" befindet sich der einzige künstliche Vulkan Europas, © All rights reserved.Schwebende Hore im Kaminzimmer der Villa Hamilton © All rights reserved.
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 21. April bis 26. August 2012Fremde Welt ganz nahPompeji und Herculaneum im Gartenreich Dessau-WörlitzIm Gartenreich Dessau-Wörlitz trifft der Besucher auf die frühesten und bedeutendsten Rezeptionen der sensationellen Ausgrabungsfunde am Fuße des Vesuvs. Folgen Sie den Spuren – Pompeji und Herculaneum praktisch vor der Haustür!
24. August 79 n. Chr.
Am Golf von Neapel kam zu einem verheerenden Ausbruch des seit Jahrhunderten schlummernden Vulkans. Sein pyroklastischer Strom und die ausfließende Lava kosteten tausenden Menschen das Leben und zerstörten die antiken Städte Pompeji, Herculaneum und Stabiae – konservierten auf diese Weise jedoch ein authentisches Stück antiker Kultur. „Es ist viel Unglück in der Welt geschehen, aber wenig, das der Nachwelt so viel Freude gemacht hätte” schrieb 1787 Johann Wolfgang von Goethe, als er sich in der Gegend aufhielt.
1766: Besuch der Ausgrabungsstätten durch den Fürsten Franz von Anhalt Dessau
Es lohnt sich, der erstaunlich frühen Rezeption der sensationellen Ausgrabungen am Fuße des Vesuvs im Gartenreich nachzugehen. Der wichtigste Impuls ging vom direkten Erlebnis aus: Fast 1687 Jahre nach der Katastrophe des Vesuvausbruchs besuchten Fürst Franz von Anhalt-Dessau und sein Architekt Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff auf ihrer Grand Tour die Ausgrabungsstätten. Die dort gesehenen Wand- und Deckenmalereien, Mosaiken und Kunstgegenstände fanden ihr höchstes Interesse, waren sie doch auf der Suche nach Inspirationsquellen. Die nach dieser Reise im Gartenreich entstandenen Wandmalereien und Stuckaturen in den Innenräumen klassizistischer Bauwerke legen davon eindrucksvoll Zeugnis ab. Dabei handelt es sich um erstaunlich frühe Reflexionen der sensationellen Entdeckungen – die am Originalschauplatz noch nicht einmal jedermann zugänglich waren. Von Erdmannsdorff schildert in seinem Reisejournal unter dem 7. März 1766 den Besuch von Herculaneum. Gerne hätte er Skizzen von den Entdeckungen angefertigt, allein es herrschte ein strenges königliches Verbot, das jedermann die zeichnerische Darstellung der Ausgrabungsfunde untersagte. König Karl III. von Neapel ließ ab 1757 die Le Antichità di Ercolano esposte herausgeben, ein prachtvolles Kupferstichwerk, das in mehreren Bänden die antiken Funde dokumentierte. Von Erdmannsdorff zitierte sehr häufig aus diesem Vorlagewerk: Zunächst 1767 in der klassizistischen Rotunde des Residenzschlosses (Kriegsverlust).
1773: Einweihung des Fürstlich Anhalt-Dessauischen Landhauses in Wörlitz
In zahlreichen Innenräumen des Schlosses Wörlitz, dem Gründungsbau des deutschen Klassizismus, finden sich qualitätvolle Wandmalereien und Stuckaturen, die auf Vorbilder aus Pompeji und Herculaneum zurückgehen. Ein Zimmer im ersten Stock ist mit großformatigen Neapel–Ansichten ausgemalt.
1778: Fertigstellung des Schlosses Luisium
Im anmutigen Schloss Luisium bei Dessau, auch „Tempel der weiblichen Tugenden” genannt, ließ von Erdmannsdorff den Saal mit den damals beliebtesten Wandmalereien aus Herculaneum, den schwebenden weiblichen Genien, verschönern. Hier gibt es ein Pompejanisches Kabinett mit Ansichten des brennenden Berges.
1788 bis 1794: Die Insel "Stein" wird im Auftrage des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau errichtet
Die sogenannte Felseninsel „Stein” im Ostteil der Wörlitzer Anlagen ist ein besonders spektakuläres Denkmal im Gartenreich Dessau-Wörlitz.In der Villa Hamilton, am Fuße eines künstlichen Vulkans gelegen, rief der wallonische Gartenkritiker und Kunstkenner Fürst Charles Joseph de Ligne aus: „C’est tout Herculanum!” (Es ist alles Herculanum). Wie eindrucksvoll müssen die künstlichen Eruptionen auf die Zeitgenossen gewirkt haben, wenn der Berg „…3 Nächte hindurch Flammen und Verderben gesprudelt…” hatte, wie Carl August Boettiger 1797 etwas spöttisch bemerkte? Erholen konnten sie sich nach einem derartigen Spektakel im fürstlichen Gasthof „Eichenkranz”, in dem es kurioser Weise ein Zimmer mit dem Namen „Herculan” gab.
2012: Fremde Welt ganz nah
Lassen Sie sich zu einer Ausstellung im Schloss Wörlitz und zu
einer „Grand Tour” durch das Gartenreich einladen. Entdecken Sie ein spannendes Stück Italien in Anhalt! Eine App für Smart- und i-phone sowie ein Tourenplan begleiten Sie auf Ihrer Reise. Mögen Sie den Eindruck gewinnen: ”Hier ist iezt unendlich schön.” (Goethe in Wörlitz 1778)
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Cicerone FührungenDie Cicerone-Führungen an den Ausstellungsorten sind vollständig ausgebucht. Anmeldungen können nicht mehr angenommen werden. Für Führungen an den einzelnen Stationen der Grand Tor (Schloss Luisium, Schloss Wörlitz und Insel Stein) wenden Sie sich bitte direkt an die Mitarbeiter im Schloss Wörlitz.
Tel.: 034905-40920 oder E-Mail: schloss-woerlitz@ksdw.deÖffnungszeiten & EintrittspreiseSchloss Wörlitz, Insel Stein und Schloss Luisium
Di – So, Feiertage 10:00 – 18:00 Uhr, montags nach Voranmeldung
Eintrittspreise
Je Schloss: 5,00 € p.P., ermäßigt 3,50 € p.P.
Kombikarte „Fremde Welt ganz nah 12,00 € p. P., ermäßigt 10,00 € p.P.
Adressen
Schloss Wörlitz & Insel Stein: 06785 Oranienbaum-Wörlitz
Schloss Luisium: Am Luisium 06844, Dessau-Roßlau, OT Waldersee
Projektleiter Dr. Wolfgang Savelsberg Kulturstiftung DessauWörlitz Schloss Großkühnau 06846 Dessau-Roßlau  +49(0)340 / 64615-35 savelsberg@ksdw.dePresse Dr. Steffen Kaudelka Kulturstiftung DessauWörlitz Schloss Großkühnau 06846 Dessau-Roßlau  +49 (0)340 / 646 15 41  +49 (0)340 / 646 15 50 kaudelka@ksdw.deApp und TourenplanEine App für Smart- und iPhone und ein Tourenplan begleiten Sie auf Ihrer Reise!
Weitere Informationen folgen…
„Pompeji-Nola-Herculaneum. Katastrophen am Vesuv”Sachsen-Anhalt ist das Geburtsland der Antiken-Rezeption nördlich der Alpen. Das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle präsentiert in Kooperation mit der Kulturstiftung DessauWörlitz vom 9.12.2011 – 8.6.2012 die Landesausstellung „Pompeji.Nola.Herculaneum – Katastrophen am Vesuv”
http://www.pompeji-ausstellung.deBequem reisen...Die Tourismusmarketing Sachsen-Anhalt GmbH hat ein Arrangement vorbereitet, das den Besuch der Landesausstellung in Halle und des Gartenreichs Dessau-Wörlitz beinhaltet.
Weitere Informationen zur Reise unter: http://bit.ly/unvWjH
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Veranstaltungsflyer Landesausstellung Halle
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