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Restaurierte Goldledertapete
© Alle Rechte vorbehalten.
Detail der Goldledertapete
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Projekt Goldleder-​Tapeten

300 Jahre alte Goldleder-​Tapeten

Restaurierung der Ledertapeten im Schloss Oranienbaum

Selten blieb die barocke Ledertapeten-Ausstattung eines ganzen Saales so vollständig erhalten wie im Oranienbaumer Schloss. Der hervorragende Erhaltungszustand erfordert behutsamstes Herangehen bei unumgänglichen Konservierungsschritten.


Das von der oranischen Prinzessin Henriette Catharina ab 1683 erbaute Barockschloss Oranienbaum beherbergt heute noch einen Raum, der komplett mit Goldledertapeten ausgestattet ist. Die Tapeten wurden um 1700 in Holland hergestellt. Selten ist die 300 Jahre alte Ledertapetenausstattung eines ganzen Saales in derartiger Vollständigkeit erhalten geblieben.

Durch Restaurierungsmaßnahmen kaum beeinträchtigt zeigen sich vor allem Verfallserscheinungen, die dem hohen Alter der Tapeten geschuldet sind:
  • Degenerierungserscheinungen des Trägermaterials Leder, insbesondere als Folge der Säurebelastung durch schwefelhaltige Luftbestandteile
  • Lichtschäden, Verbräunung von Farbstoffen, Verlust der Leuchtkraft, Verschwärzung der Silberauflagen
  • Risse, Fehlstellen, zahllose Nagellöcher, gerissene Nähte, ausgerissene Nahtkanten

Notsicherungsmaßnahmen wurden bereits 1992 eingeleitet. Zu ersten Schadenskartierungen kam es 1999. An den am schwersten geschädigten Tapeten der Ostwand wurden 2002 Restaurierungsarbeiten durchgeführt.

Wissenschaftlicher Beirat

Entsprechend der herausragenden Bedeutung des Objektes als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Dessau-Wörlitzer Gartenreich wurde ein international zusammengesetzter Beirat aus Kunst- und Naturwissenschaftlern sowie Restauratoren gebildet. Dem Beirat gehören Experten aus dem belgischen Koninklijk Instituut vor het Kunstpatrimonium, dem holländischen Rijksdienst voor het Monumentenzorg ebenso an wie die Direktorin des Deutschen Tapetenmuseums, die Chefrestauratorin des Deutschen Ledermuseums, die Sammlungsleiterin des Schlosses Jever/Niedersachsen sowie Vertreter der Landesämter für Denkmalpflege in Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Unter Begleitung des wissenschaftlichen Beirates wurde auf zwei Tagungen im Jahre 2003 ein Konzept auf Herz und Nieren geprüft, das von Leder- und Gemälderestauratorinnen, Bauforschern und Naturwissenschaftlern erarbeitet wurde und den größten konservatorischen Erfolg mit minimalsten Eingriffen erwarten lässt.

Gealterte Tapeten benötigen trockenes Klima

Die sorgfältige naturwissenschaftliche Untersuchung und komplexe Betrachtung von ph-Werten und Schrumpftemperaturwerten ergab, dass trotz Säureschädigung auf eine Neutralisierung mittels Ammoniak-Begasung verzichtet werden kann, welche eine Extraktion der entstehenden Salze nach sich gezogen hätte. Eine solch strapaziöse Behandlung, die in einem ersten Schritt an den Ostwandkarrees vorgenommen wurde, sollte den Tapeten erspart bleiben.

Auf wenig störanfällige Klimatisierung des Raumes muss innerhalb des Projektes größter Wert gelegt werden. Die Feuchteempfindlichkeit der gealterten Tapeten gebietet trockene Reinigungs- und Behandlungsmethoden. Die Malschicht soll unangetastet bleiben, die wichtigste Maßnahme wird hier der prophylaktische Lichtschutz sein.

Alle Konzeptpunkte einschließlich der neuen Aufhängung auf Rahmen, in die hölzerne Klimapuffer eingearbeitet sind, werden durch eine Probeachse getestet, die im Jahr 2005 angefertigt wurden.

Für die Rettung der wertvollen Ledertapeten gilt den Fördermittelgebern besonderer Dank

Die Mittelzusage des World Monuments Fund und die weitere Förderung durch die Rudolf-August Oetker Stiftung bilden neben der Förderung durch Bund, Land und die Europäische Union die finanzielle Grundlage für die vollständige Restaurierung der Oranienbaumer Tapeten.
 

 
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