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»Das Zimmer zur Rechten ist grün angestrichen , mit einer lila Einfassung durch welche sich ein goldenes Band schlängelt.«
August Rode, 1798
Historische Aufnahme des Grafikkabinetts
© Alle Rechte vorbehalten.
Decke in den 20er Jahren
© Alle Rechte vorbehalten.
Vorzustand: Ruß, Verluste, Verfärbungen, Übermalungen
© Alle Rechte vorbehalten.
Auf der Suche nach Resten der Originalfassung
© Alle Rechte vorbehalten.
Interpretation der Funde, Probeaufstriche
© Alle Rechte vorbehalten.
Restaurierung der Deckenmalerei
© Alle Rechte vorbehalten.

Projekt der Baudenkmalpflege

Wiedergewonnenes Grünes Kabinett

Weitere Restaurierungsarbeiten in der Villa Hamilton

Nachdem 2007 im Grünen Zimmer der Villa Hamilton die Deckenmalerei restauriert werden konnte, schritt im vergangenen Jahr die Restaurierung der Wandmalerei voran.


Die Villa Hamilton beherbergt drei ehemals prächtig ausgestattete Räume. Wieder in seiner ursprünglichen Schönheit erstanden ist nach aufwändiger Restaurierung bislang nur das Kaminzimmer. Die beiden anderen Räume harren noch der Wiederherstellung. Dem Besucher verborgen, laufen jedoch die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung des Grünen Zimmers. Bereits im Jahr 2005 konnten mit Fördermitteln des Landes Sachsen-Anhalt die Druckgrafiken, 2006 die Intarsientüren und -böden sowie 2007 die Decke des Raumes restauriert werden.
Das Grüne Zimmer war als Grafikkabinett vollständig mit Kupferstichen ausgestattet. Antike Götter – Mars, Venus, Apoll und Diana – bevölkerten die Decke. An zentraler Stelle stand die Darstellung des Sündenfalls nach Raffael, umgeben von Propheten und Sibyllen nach Michelangelo. Die aufklärerische Idee der Selbstbestimmung der Menschheit klingt hier an: Der Mensch ist in seinem Leben verschiedenen Versuchungen ausgesetzt. Durch tugendhaftes Verhalten ist es aber möglich, zu einem friedvollen und gedeihlichen Dasein zu gelangen.

Korrespondenz von Decke und Parkett

An der Decke sind die Kupferstiche in einen gemalten ornamentalen Rahmen eingepasst. Dem Gestaltungsprinzip der Decken in der Villa entspricht das der Fußböden. Interessant ist, dass dies nicht nur in Bezug auf die Geometrie der Decke jedes Raumes geschieht, sondern auch in Bezug auf die Farbigkeit. Im Grünen Kabinett ist das hölzerne Parkett grünlich gehalten, im Mittelzimmer mit roten Wänden und einer rottonigen Deckengestaltung findet sich ein rötliches Parkett.

Die gravierenden Schäden an Decken, Wänden und Böden sind zu großen Teilen auf den Schwammbefall im Gebäude zurückzuführen. Das feuchte Inselklima begünstigt die Bildung von Pilzen, nicht nur von Hausschwamm, sondern auch von Schimmelpilzen, die große Teile der Wände und Decken mit ihrer verfärbenden Wirkung beeinträchtigt haben.

Farbrätsel an den Wänden des Grafikkabinetts

Völlig verändern wird sich nach der Restaurierung die farbliche Wirkung des Grünen Zimmers. Sie wurde zuletzt durch ein helles feuriges Grün bestimmt, eine im wahrsten Sinne giftige Farbe, die Arsen enthält. Das Einzige, was an der Decke von Überarbeitungen unberührt blieb, waren die gemalten Fächer, die wie kleine ornamental verzierte Zeltdächer Eckbereiche der Decke überspannen. Diese Fächer haben die Restauratoren auch diesmal wieder ganz in Ruhe gelassen und nur gereinigt.
Alle anderen Flächen werden der ursprünglichen Gestaltungsabsicht wieder angenähert. Diese Absicht wiederzufinden, war allerdings nicht leicht. Vielfache Übermalungen, denen jeweils besonders gründliche Entfernungen der vorherigen Fassungen vorangingen, machten die Interpretation der winzigen und noch dazu gealterten Farbreste zum Kriminalstück. Zunächst wurde eine bräunliche Schicht, deren Reste hin und wieder anzutreffen sind, als Fassung interpretiert, doch handelte es sich um eine Untermalung. Eine dunkelgrüne Schicht, die sich überall zuunterst auf dem Putz befindet, wurde als Erstfassung aufgefasst, doch nur so lange, wie man die noch viel spärlicheren Reste eines blassen Hellgrüns darunter noch nicht entdecken konnte.

Ein Quellentext hilft suchen

August Rode, der das Gartenreich zu Lebzeiten des Fürsten Franz und in dessen Auftrag beschrieb und deutete, schildert im Grünen Kabinett lila Einfassungen der grünen Wandflächen. Diese violetten Bänder konnten aber trotz gründlicher Suche nicht nachgewiesen werden. Unter braunen Übermalungen fanden sich lediglich Reste von grauen Einfassungen. So mussten die Restauratoren bis vor kurzem davon ausgehen, dass dieses Grau im Zusammenklang mit den grünen Wandflächen eine violette Wirkung gehabt haben mochte. Probeflächen schienen diesen optischen Effekt zu bestätigen. Erst nach zweijähriger Arbeit im Grünen Zimmer wurden mit dem Abnehmen von Übermalungen Bereiche sichtbar, in denen noch vollständigere Farbschichtenpakete erhofft werden durften. Und hier entdeckten die Restauratoren dann tatsächlich auch den von Rode beschriebenen violetten Farbton der umlaufenden Bänder.

Wir dürfen sehr gespannt sein auf einen neuen Eindruck des Grünen Zimmers zu Saisonbeginn 2009.

Sobald alle Flächen ihre farbige Fassung erhalten haben, werden die 2005 restaurierten Grafiken, die im Depot ihrer neuen Präsentation harren, montiert – und gezeigt!
 

 
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Ihr Ansprechpartner

Annette Scholtka
Kulturstiftung DessauWörlitz
+49(0)34905 / 40914
scholtka@ksdw.de

Wiedergewonnen

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