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Pressemitteilung vom 17. Mai 2006

Austernessen für einen guten Zweck!

Austernschalen für das „Monument” auf dem Wörlitzer Elbwall

Die Wände einer Grotte im Monument waren ursprünglich mit Austernschalen bedeckt, jedoch sind von der Muschelbekleidung nur noch wenige Reste vorhanden. Im Rahmen der Restaurierung, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll, besteht die Absicht, gleiche Muschelschalen für die Grotte zu organisieren. Dafür werden 1300 Austern benötigt, die wir mit Hilfe der Gesellschaft der Freunde und interessierten Besuchern beschaffen wollen.


Zum Gedächtnis an seine Vorfahren ließ Fürst Franz von Anhalt-Dessau zwischen 1801 und 1807 auf dem Wörlitzer Elbwall das „Monument” und darauf eine antike Säule errichten. Die Wände einer Grotte in diesem Bauwerk waren ursprünglich mit Muschelschalen bedeckt. Darin sind Spiegel angebracht gewesen, in denen sich durch die Türöffnung die Landschaft widerspiegelte.

Im Verlaufe der Gebäudeinstandsetzung nach der Hochwasserkatastrophe des Jahres 2002 soll 2006 auch die Grotte restauriert werden. Von der Muschelbekleidung sind jedoch nur noch geringe Reste vorhanden, einige Schalen wurden im Erdreich darunter gefunden. Dem baubegleitenden Restaurator gelang es, die Muscheln als Europäische Auster (Ostrea edulis) zu identifizieren. Es besteht die Absicht, gleiche Muschelschalen zur Restaurierung zu beschaffen. Nach neuester Hochrechnung werden 1300 Austern benötigt.

Bei der heute zumeist angebotenen Zuchtauster handelt es sich um die Pazifische oder Japanische Auster, eine robuste Spezies in länglicher Form. Das Vorkommen der gewünschten Ostrea edulis an der Atlantik- und Nordseeküste war in der Nachkriegszeit durch Überfischung und eine Virenkrankheit außerordentlich zurückgegangen. Deren Form ist rund und kleiner als die der Pazifischen Auster, ihre Farbe recht unterschiedlich. Einige kleinere Bestände der Edulis haben sich noch in Frankreich gehalten und werden auf dem Großmarkt in Paris angeboten, etwa zum doppelten Preis.

In Frankreich siedelte man Austern seit 1858 künstlich an, damit begann ihre eigentliche Zucht. Austern aßen aber bereits unsere Vorfahren in prähistorischer Zeit, Chinesen und Römern galten sie als Delikatesse. In mit Meerwasser gefüllten Amphoren wurden sie aus Gallien und Britannien ins Zentrum des römischen Reiches gebracht, und die Römer begannen vor 2000 Jahren auch mit der Hälterung in geschützten Meeresbuchten.

Im 18. Jahrhundert durften Austern auf fürstlichen Tafeln nicht fehlen. - In Rheinsberg, am Schloss des Prinzen Heinrich von Preußen, fand man bei Grabungen große Mengen Austernschalen. Und Fürst Franz huldigte ebenfalls diesem Genuss - woher sonst sollte wohl die Bekleidung der Muschelgrotte im „Monument” stammen?

Die Schwierigkeiten, Schalen dieser Auster in größerer Menge und zum erforderlichen, nahen Zeitpunkt zu beschaffen, sind nicht unerheblich. Sie in kleineren Partien aus europäischen Feinschmeckerrestaurants zusammen zu tragen, wäre doch allzu umständlich - also besser, ein großes „Festessen” zu veranstalten. Dazu bietet sich nun die Jahrestagung der Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches e. V. am 20. und 21. Mai geradezu an. Organisiert vom Wörlitzer Ringhotel „Zum Stein”, wird den Gästen ein solches Austernessen anempfohlen.

Kosten: Ein Euro nur pro Stück,

den Rest des Einkaufpreises spendet die Gesellschaft der Freunde. Wo sonst bietet sich die Gelegenheit, Austern, noch dazu solch besonderer Qualität, preiswerter zu schlürfen?

Wer mithelfen möchte zur Restaurierung der Muschelgrotte beizutragen, ist herzlich zum Austernessen

am Samstag, dem 20.Mai, um 17:00 Uhr, an der Luisenklippe

auf dem Elbwall in den Wörlitzer Anlagen, eingeladen.



 

 
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